Fasnacht 2026 – Zoll für Zoll

Die ver-rückten Zeiten mit all den verheerenden Kriegen, Kriegern und sonstigen falschen Helden und Möchtegerns allenthalben:

Was soll und kann und vor allem will ich da als fasnächtlicher Kulturmensch noch ausrichten?
Insbesondere stinkt es mir penetrant, meine Fantasie-Anstrengungen für einen Typ wie Trump zu investieren.

Ich entscheide mich, nur wenige (Thun) und gar keine (Bern) Schnitzelbänke live zu bringen, sondern nur auf dem Zettel, mit dem folgenden Schluss:

Die Müeh, für mir e Värs druuf z mache, / tünkt mi e Frächheit bi so Sache.
ig hoffe, dass sech d Mönsche bchiime / und i mög‘ de wider Värsli riime.

 Und live an ihrer Stelle wieder ein Märli, wie zu früheren Zeiten als Abschluss (als die Auftrittszeiten noch weniger gehetzt waren).

Denn wenn schon unsägliches Geflunker zum Thema werden muss, dann wenigstens als Märchen mit Lizenz zum freien Erfinden.

Es geht um die unsägliche Zoll-Geschichte, und damit kommt gleich wieder eine Herausforderung:
Ich weiss, dass genau am Fasnachtsfreitag der Supreme Court in den USA sein Urteil über die Rechtmässigkeit von Trumps Trotz- und Trauerspiel urteilen wird. Falls das eintrifft, könnte mein tolles Märchen schon am zweiten Fasnachtstag zur Wegwerfgeschichte werden.

Trump zum Trotz: Ich adaptiere mein älteres Gschichtli zu den Bremer Stadtmusikanten, die als Trump-eter zum Casting der neuen Regierung in die Hauptstadt pilgern.
Und schreibe ein neues auf Reserve (oder dann halt auf Halde).

Und siehe da: Mitten im zweiten Fasnachtsabend schickt mir
meine aufmerksame Schwester die Nachricht: Trump hat sich trumpiert – und das neue Märli über des Kaisers neue Kleider kommt aus dem Hosensack direkt auf die Bühne im Schnuderchäller. Ein würdiger Ort, ehemals der Gugge, die von Musik auf pfiffige Revue gewechselt hatte (leider auch schon Vergangenheit) und mit der mich deshalb eine langjährige und schöne Fasnachts-Geschichte verbindet.

Ja, und das mit den Schnitzelbänken:
Am Soirée-Abend Donnerstag, beim allerletzten, so aufmerksamen wie gemütlichen Auftritt im Ratskeller, gibt es so Fans im Publikum, die so lange „schtürmen“, bis ich ein paar meiner verhaltenen Verse halt doch noch als spätnächtliche Zugabe auspacke – und dann beibehalte als Vorspeise zum Märli.
Aber immer mit dem Schluss-Vers und dem Vor-Behalt, dass ich den fröhlichen yuppeidi-Kochlöffel diesmal nicht schwingen mag und den nachdenklicheren Vers vom Basler Zytigs-Anni gewählt habe (Melodie: „Heute kommt der Weihnachtsmann“, wobei die schönen Gaben, die der bringt, grösstenteils auch wieder Kriegsspielzeug sind, das alte Lied schon in den alten Liedern).

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